permalink

0

Mobile Navigation im Auto?

Bei caschy bin ich gerade auf das aktuelle Update von Google Maps für Android aufmerksam geworden. In der neuen Version wurde der Nachtmodus für Tunnelfahrten eingeführt, das Smartphone wechselt also automatisch auf die farblich invertierte Kartenansicht, sobald man sich in einem Tunnel oder einer längeren Unterführung befindet. Kennt man ja bereits von den anderen Navigationssystemen. Durchaus sinvoll, wie gut das in der Praxis funktioniert muss man testen.

Caschy stellt sich außerdem die Frage, wie lange sich normale Navigationssysteme wohl noch auf dem Markt halten werden, aufgrund der Konkurrenz durch die Smartphones und jeweiligen Apps.
Meiner Meinung nach wird das noch lange dauern, falls es überhaupt so weit kommen wird. Ich verwende Google Maps auf meinem Samsung Galaxy S zwar hin und wieder wenn ich zu Fuß unterwegs bin, im Auto ist das Smartphone für mich allerdings keine brauchbare dauerhafte Alternative zu einem richtigen Navigationsgerät. Das hat mehrere Gründe, auf dich ich auch im Vergleich zu den anderen Navi-Typen näher eingehen möchte.

In unserem Auto haben wir ein fix in der Mittelkonsole integriertes Navigationssystem mit 5 Zoll Touchscreen. Zugegeben, das ist von allen drei verfügbaren Möglichkeiten die “Deluxe-Version”. Allerdings hat die auch ein paar Nachteile: Neben dem hohen Preis ist man in Sachen Updates auf den Autohersteller angewiesen, die kommen nicht besonders häufig und sind meist, je nach Hersteller, auch nicht kostenlos. Weiters sind diese Navigationssysteme oft nicht ganz so umfangreich ausgestattet wie zum Beispiel Geräte von Tom Tom oder Navigon. Bei mir fehlt Beispielsweise eine Warnfunktion vor Radarfallen.
Die Vorteile, die mich schlussendlich von dieser Variante überzeugt haben: Die Bedienung ist dank der vollständigen Integration ins Auto äußerst komfortabel und einfach. Das lenkt nicht lange vom wirklich Wichtigen ab, nämlich der Konzentration auf den Straßenverkehr. Dank fest verbauter GPS-Antenne am Autodach ist das Navi außerdem sehr schnell und präzise, Signalunterbrechungen, Abweichungen vom Kurs oder lange Berechnungszeiten hatte ich noch nie, nicht einmal im Tunnel oder der Tiefgarage. Neben dem Navi kann ich über den Touchscreen auch Radio- und Multimediafunktionen steuern. Die Sprachausgabe läuft über die Boxen im Auto und ist aufgrund der automatischen Reduktion der Musik-Lautstärke sehr gut zu verstehen. Zusätzlich werden mir die Navigationsdaten auch am Boardcomputer angezeigt. Und zu guter Letzt entfallen die nervige Halterung an der Windschutzscheibe (ich hasse Dinge in meinem Sichtfeld) und der Kabelsalat um den Akku aufzuladen.

Da wäre ich schon bei den großen Nachteilen eines Smartphones: Mein Samsung Galaxy S hat einen dermaßen schlechten GPS-Empfang, dass an ein störungsfreies und schnelles Navigieren im Verkehr nicht zu denken wäre. Das mag bei neueren Modellen vielleicht schon besser sein, es kommt aber trotzdem immer noch zu verwirrenden Abweichungen. Das Smartphone muss ich mit einer eigenen Halterung an der Windschutzscheibe montieren, stört dadurch das Sichtfeld auf die Straße. Noch dazu muss ich es vollständig über den verhältnismäßig kleinen Touchscreen bedienen, was ich mir während der Fahrt ziemlich umständlich vorstelle und auf jeden Fall ein höheres Sicherheitsrisiko darstellt. Es ist überhaupt nicht in das restliche System des Autos integriert und aufgrund der relativ kurzen Akku-Laufzeit – der Bildschirm, der Energiefresser schlechthin, muss während dem Navigieren ja immer aktiv sein – muss man das Smartphone praktisch immer per nerviger Kabelführung durchs halbe Auto aufladen. Das wiederum ist nicht unbedingt gesund für den Akku und reduziert die Lebensdauer.
Und ein ganz großer Nachteil: Bei den meisten Apps (u.a. auch bei Google Maps) steht das Kartenmaterial offline nicht zur Verfügung, es wird erst laufend während dem Navigieren heruntergeladen. Das belastet nicht nur das verfügbare Kontingent oder kann bei Funklöchern zu grauen Flecken auf der Karte führen, wenn ich mal ins Ausland fahre ist Daten-Roaming praktisch nicht leistbar.
Der große Vorteil ist aber auf jeden Fall der sehr kurze Update-Zyklus, man hat praktisch immer das frischste Kartenmaterial dabei.

Die bessere Lösung – neben dem fix verbauten Navi, das aber eben nicht immer möglich ist – bleibt für mich auf jeden Fall bei den Klassikern von Tom Tom, Navigon & Co. Man kann sie zwar auch nur teilweise ins Auto integrieren und sie müssen ebenfalls in einer eigenen Halterung montiert und per Kabel aufgeladen werden, sie bieten aber meist größere, leichter zu bedienende Touchscreens, viele Zusatzfunktionen, einen besseren Empfang und haben außerdem einen ähnlich regelmäßigen Update-Zyklus wie Apps für das Smartphone. Und das Kartenmaterial ist immer vollständig offline verfügbar.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*